Darom, ‏דרום

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Darom, ‏,דרום‎ Süden, biblisch: Negeb, ‏,נגב‎ Süden; Hanegeb, ‏,הנגב‎ der Süden; Erez Hanegeb, ‏ארץ הנגב‎ Land des Südens; Daromai, דרומאי, Südenser. I. Name und Bedeutung. In dieser Benennung haben wir die weitere, engere und engste Bedeutung anzugeben. a. In der weitern Bedeutung bezeichnet dieselbe das ganze Stammgebiet Juda mit Ausnahme Jerusalems und seiner Umgebung. Dieses Darom als Stammland Judas wird in einem Aktenstück des Synhedrions unter dem Patriarchen R. Gamliel I. (s. d. A.( in ein oberes und ein unteres Darom getheilt. Die biblische Eintheilung des Stammgebietes Juda war: Berg, ‏,הר‎ Niederung, ‏,שפלה‎ ‎und Thal, ‏.בקעה‎ Das Dritte, »Thal,« heißt in Jeremia 32. 44 »Süden,« Negeb, ‏.נגב‎ Noch die Mischna hat obige biblische Theilbenennung, aber schon der jerusalemitische Talmud giebt Letzteres durch: Negeb, Süden, wieder. Das obere Darom in genanntem Aktenstück kann daher nur das Judäa des Gebirges, har, ‏,הר‎ und der Niederung sephela, ‏ ,שפלה‎ sein, dagegen bezieht sich das untere Darom auf das Thal, emek, ‏.עמק‎ Letzteres ist der südlichste Theil dieses Stammlandes, weßhalb diese Landschaft auch allgemeinhin negeb, Süden, heißt. b. Das Darom in der engern Fassung ist das eben erwähnte negeb, Süden; in Bibel und Talmud steht dafür emek, Thal, und bikeah, Ebene. Es ist dies die Ebene von Lydda nach Sephela hin, das eigentliche Südland, deren Städte unter dem Namen: »Städte des Südens« vorkommen. Dieses Darom bildete nach Josephus eine der Toparchien, in welche die Römer Palästina eintheilten. Die Hauptstadt dieser Toparchie Darom war Lydda (s. d. A.), die auch «Daromi« hieß. « Auch ein Dorf Darom, ‏,כפר דרום‎ wird genannt, wofür an andern Stellen »Dorf Lud,« ‏,כפר לוד‎ steht. Daß die Bezeichnung: «Daromi« auch die Stadt gleichen Namens bedeutet, ersehen wir aus einer Stelle, wo die Alten Daroms nächst den Alten Sephoris und den Alten Tiberias genannt werden. II. Geschichte. Die Notizen des Talmuds darüber sind nur über das Darom in der engern und engsten Bedeutung. Gleich nach der Zerstörung Jerusalems lebten und lehrten hier die bedeutendsten jüdischen Gelehrten: R. Josua, R. Akiba, R. Tarphon u. a. m., welche »die Weisen des Südens« hießen. Noch nach dem barkochbaischen Aufstande lehrten in diesem Darom: Bar Kappara, R. Ephes, R. Josua ben Levi, R. Simlai u. a. m. Die »Weisen oder Alten des Südens« standen in hoher Achtung. so daß Simon ben Lakisch sie zu berücksichtigen sich genöthigt sah. Doch nur wenige Jahre später trat der Verfall des Südens ein. R. Jochanan und R. Jonathan bereisten den Süden und klagten über die Willkür in den Zusätzen und Einschiebseln in Gebete. Ueberhaupt schienen sich die Leute im Süden wenig um‎ das Gesetzliche und Gemessene des Nordens zu kümmern, so daß die Lehrer des Nordens ihnen den Unterricht in der Agada (s. d. A.) und in den Genealogien nicht ertheilen wollten. Im 3. Jahrl. n. wollte man nicht einmal daselbst die Feststellung ‏des‎ Schaltjahres vornehmen. Allgemein lautete das Urtheil: »Die Leute aus dem Süden, Darom, sind hochmüthig und besitzen wenig Gelehrsamkeit.« Ganz verwüstet wurde der Süden, Darom, erst durch Gallus. Mehrerrs siehe: Lud, Lydda.