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Früchte - Baum- Garten- und Feldfrüchte - Talmud | Talmud

Früchte - Baum- Garten- und Feldfrüchte - Talmud

Posted 4 mos ago

Früchte, Baum-, Garten- und Feld­früchte. Israel war im Altertum wegen der Güte und Verschiedenheit seiner Fruchtarten berühmt. »Ein Land von Weizen, Gerste, Wein, Feigen, Grana­ten, Oliven, Öl und Honig.« Von die­sen nennen wir: I. Die Baumfrüchte in ihren zwei Gattungen, den Fleisch- und Steinfrüchten. A. Die Fleischfrüchte. 1. Die Feige, a. Die Frühfeige, die man zur Beförderung ihrer vollkommenen Reife in Stroh legte. Das Reifen dersel­ben im Juni heißt bachal. Die Ortschaf­ten, wo diese Frühfeigen am besten und reichhaltig gediehen, waren Bethini und Tobain. In der Symbolik ist sie das Bild der voreiligen und sündhaften Vertraulichkeit Davids und Bathsebas, so dass es darüber heißt: »David hat Frühfeigen gegessen. b. Die Sommerfeige, Karmaos, vom Monat August und endlich: c. die spätreife Feige, Schi­tin und Benoth Schuach oder Benoth Scheba, die Winterfeige, die erst, nach­dem der Baum entblättert ist, reifen. Die Benoth Schuach ist eine wertlose Feige, die einmal in drei Jahren zur Reife kommt und an ihrer blassen Farbe kenntlich ist. Doch ist auch eine edle Gattung unter demselben Namen bekannt, die wir von obiger zu unter­scheiden haben. In getrocknetem Zu­stand heißt die Feige: debela. Der Ge­nuß der getrockneten Feigen aus Keilit war so berauschend, dass der Priester sie nicht essen durfte, wenn er den Tempeldienst verrichten sollte. Nicht unerwähnt lassen wir die im Orient üblichen Operationen zur Verbesse­rung der Feige, die in Bezug auf die Stelle in Schebiit 2. 5. zu merken ist. Dieselbe ist unter dem Namen Gall­wespenbefruchtung bekannt und be­steht darin, dass man über den Feigen­bäumen Zweige der wilden Feige aufhängt, die voll einer Art von Gall­wespen sind. Sobald das Insekt in den geflügelten Zustand tritt, verlässt es die wilde Feige und dringt in die kultivier­ten, um seine Eier dort zu legen, wo­durch die Befruchtung durch Verbrei­tung des Blumenstaubes geführt und die späte Reife durch Anstechen des Fleisches befördert wird. 2. Granatap­fel, der von dem Orte Badan berühmt war. 3. Der Apfel, mit den zwei Arten, dem edlen und wilden. Von dem edlen Apfel kennt man: den Goldapfel und den Honigapfel. Aus Ägypten wurde ein Trank, der Apfelwein bereitet. 3. Die Quitten, Kretensische Äpfel. 4. Die Birne. 5. Der Balsamapfel. Die Orange. B. Die Steinfrüchte. i. Die Kirsche, 2. Pistazien, 3. Nüsse, 4. Mandeln, 5. Pfirsiche, 6. Pflaumen, die zur Labung für Kranke gereicht wurde. 7. Die Olive, 8. Die Dattel, 9. Johannisbrot. Bekannt war in Israel die Gegend, wo der Johannisbaum vorzüglich kultiviert wurde, sie hieß: Charuba.

II. Feldfrüchte: das Getreide, die Hülsen- und Schalfrüchte. Einzeln wer­den genannt: Weizen, Gerste, Spelt, Hirse, Bohnen, Linsen. Aus dem Tal­mud kommen dazu: Hafer, Roggen, Reis und Mais, Erbsen u. a. m. Von diesen bringen wir: z. den Weizen, des­sen nährender Inhalt »Fett des Wei­zens« heißt, wohl wegen seines Mehl-und Zuckergehalts. Der Weizen wurde in ganz Israel angebaut und gedieh so reichlich, dass er in bedeutenden Qua­litäten nach Tyrus zum Verkauf ausge­führt wurde. Seine Aussaat geschah im Oktober (Marcheschwan), seine Reife und Ernte im Monat Mai (Ende Nis­san). Von seinem Mehl bereitete man Brot und Kuchen. Die Weizenähren wurden oft unreif gepflückt und im Feuer geröstet. Sonst stieß man die Weizenkörner zu Grütze. Von beson­derer Qualität war der medische Wei­zen. Am besten gedieh er in Michmas und Masonicha, weniger in Afrika. 2. Gerste, Getränke die aus Gerste berei­tet wurden sind: a. ägyptisches Bier, ein Gemisch von Gerste, wildem Safran und Salz, doch bereitete man diesen Trank auch von Weizen; b. medisches Bier, eine Flüssigkeit aus Gerstensaft; c. edomitischer Essig, aus Wein und Gers­tensaft. Letzterer brachte den Wein in Gärung. 3. Speit, Dinkel. Diese Frucht­art wird im Talmud bald zur Gattung der Gerste, bald zu Weizen gezählt. Man kennt den Speit in zwei Arten, dem gramigen und gramenlosen; In Be­zug auf die Verpflichtung der Teigab­gabe werden Speit und Weizen als zwei verschiedene Gattungen angesehen. Die Speltpflanze erreicht eine Höhe der Gerste, hat einen vierblumigen abge­stumpften Kelch, ihre Ähren sind glatt, gleichsam geschoren, deren Körner in den Hülsen so lose sitzen, dass es nur einer geringen Verrichtung zu ihrer Entfernung bedarf. Sie ist eine gute Wintersaat und wird in Ägypten mehr als in Israel angebaut, wo der Dinkel um die Gerstenfelder gleichsam als eine Einfassung gesät wurde. 4. Hirse, die auch in Israel angebaut wurde. 5. Boh­nen. Von diesen werden drei Arten ge­nannt: a. die weiße Bohne; b. die ägyp­tische Bohne; und c. die Bohne, als die gewöhnliche Bohne. Bohnen waren keine gewöhnliche Speise, aber meis­tens für die ärmere Klasse, doch wur­den sie auch in Brot verbacken. Im Tal­mud kennt man sie auch als Nahrungsmittel für Pferde. Doch ist dies nicht die gewöhnliche Bohne, son­dern die Schminkbohne Phasoleus. Sonst wird auch von einem Teig aus Bohnen gesprochen. Der Genuss von Bohnen wirkt berauschend, dessen sich der Hohepriester in den Tagen der Vor­bereitung für den Versöhnungstag zu enthalten hatte. 6. Linsen, in verschie­denen Arten: rote, braune u. a. m., von denen erstere die beste ist. Linsen wur­den in Israel häufig angebaut. Wenn die Getreidefelder reif zur Ernte standen, waren die Linsenfelder noch grün. Man bereitete die Linsen mit Olivenöl und Pfeffer. Eine Mischung mit Reis und Linsen, begossen mit Butter, war in Ara­bien zum Abendbrot ein beliebtes Es­sen. Sonst wurden auch Linsen in Brot verbacken. Linsen mit Essig gab eine beliebte Brühe. Gewöhnlich wurden Linsen dem um einen Toten Trauernden gereicht. Über die symbolische Bedeu­tung hierzu bringen wir die Stelle: »Wie die Linse einem Rade gleicht, so die Ge­schicke der Welt; wie die Linse keinen Mund hat, so soll der Trauernde nicht gegen Gott murren; wie die Linse das Bild der Trauer ist, aber Freude dem sie Genießenden bereitet, so gibt es keinen Tod, der nicht auch Freude zu Folge hat.« 7. Hafer, bekanntes Viehfutter, doch wurde auch Brot aus Hafer be­reitet. 8. Roggen, der auch in Israel an­gebaut wurde. 9. Reis, Reiskörner, wor­aus auch Brot gebacken wurde. Ob Reis zu den Getreidearten gehöre, von denen man Mazzoth backen dürfe und deren Teig empfänglich für Säuern sei, führte zu geteilten Meinungen. 10. Erbsen, von denen genannt werden: die ge­wöhnliche Erbse und die Kichererbse.