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Kaddisch - Gebet in der jüdischen Liturgie | Talmud

Kaddisch - Gebet in der jüdischen Liturgie

Posted 4 mos ago

Kaddisch. Gebet in der jüdischen Liturgie, am Ende der verschiedenen Teile des Synagogengottesdienstes, auch am Schlusse eines Lehrvortrages oder des Thorastudiums, vorzüglich bekannt als Gebet der Waisen für das Seelenheil ihrer verstorbenen Eltern.

I. Name, Bedeutung, Arten und Einsetzung. Der Name »Kaddisch«, heilig, ist aramäisch, nachtalmudisch, gleich dem hebräischen »kadosch«; er bezeichnet in der jüdischen Liturgie das bekannte Gebet mit der Anfangs­formel: »Verherrlicht und geheiligt werde sein großer Name.« Im Talmud ist dasselbe unter seinem Hauptstück: »Jehe schmeh rabba«, »Es werde sein großer Name gepriesen«, gekannt. An­dere weitere Bezeichnungen geben die verschiedenen Bestimmungen dessel­ben an. Wir nennen von denselben:

1. »Ganzes Kaddisch«, weil das­selbe ganz gebetet wird;

2. »Letztes Kaddisch«, weil es am Schlusse des Gottesdienstes verrichtet wird;

3. »Halbes Kaddisch«, »Kleines Kaddisch« oder »Kurzes Kaddisch«, auch »Unvollständiges Kaddisch«, wenn dasselbe nur in seinen ersten zwei Teilen, in dem »Jithgaddel« und dem »Jithbarech« zitiert wird;

4. »Waisenkaddisch«, als das Kad­disch für die Waisen, das am Schlusse des Gottesdienstes nach dem Abendge­bet verrichtet wird;

5. »Kaddisch der Gelehrten«, wel­ches man am Schlusse eines Lehrvor­trages oder des Thorastudiums vorträgt;

6. »Kaddisch der Erneuerung«, als das Kaddischgebet bei Begräbnissen, auch am Schlusse des Gottesdienstes im Trauerhause in den sieben Trauerta­gen und am Neunten des Monats Ab, dem Trauertage der Zerstörung Jerusa­lems, früher auch nach Beendigung ei­nes Lehrvortrages oder des Studiums der Mischna, des Talmud oder auch nur der Agada. Es gibt sonach vier Kaddischarten oder viererlei Kaddisch­gebete zu vier verschiedenen Zwecken. a. Das Kaddisch am Ende jedes Teiles und am Schlusse des Gottesdienstes, wozu das ganze und halbe Kaddisch gehörten. b. Das Waisenkaddisch nach Beendigung des Gottesdienstes. c. Das Kaddisch am Schlusse eines Lehrvor­trages oder des Thorastudiums als das Kaddisch der Gelehrten, auch das Kad­disch der Erneuerung. d. Das Kaddisch der Erneuerung bei Beerdigungen. Die Bedeutung dieses Gebetes ist die Heili­gung Gottes, die heiligende Anerken­nung der göttlichen Vorsehung, der Weltregierung Gottes, des Gottesrei­ches; zugleich ein Gebet um weitere Anerkennung und Ausbreitung des Gottesreiches unter die Menschheit. Sein Charakter ist entschieden messia­nisch; es bringt den Wunsch nach einer Zunahme der Gotteserkenntnis, dem Wachstum des Gottesreiches zum Aus­druck, entsprechend dem des Prophe­tenausspruchs in Ezechiel 38. 23: »Ich werde groß sein, geheiligt und aner­kannt werden in den Augen vieler Völ­ker; sie werden erkennen, dass ich der Ewige bin!. Wir finden diese unsere Angabe schon in den ersten Sätzen der verschiedenen Formeln dieses Gebetes deutlich ausgesprochen. Dieselben lau­ten: »Verherrlicht und geheiligt werde sein großer Name in der Welt, die er nach seinem Willen erschaffen hat. Er möge bald herbeiführen sein Reich in euren Lebenstagen und in denen des ganzen Hauses Israels, bald, und in na­her Zeit!. Ferner in einer anderen For­mel: »Verherrlicht und geheiligt werde sein großer Name in der Welt, die er erneuern wird und in der er die Toten aufleben lassen und sie zum ewigen Le­ben bringen wird.. Dass ein solches Gebet nach Beendigung eines Lehrvor­trages oder am Schlusse des Studiums in den heiligen Schriften, das zugleich das Ziel der Lehre, die Förderung des Gottesreiches, ausspricht, zweckent­sprechend sei, braucht keiner weiteren Erklärung. Aber auch als Gebet für Trauernde und Verwaiste, die den schmerzlichen Verlust der ihnen durch den Tod entrissenen lieben Angehöri­gen beweinen, ist das Kaddischgebet ein herzliches Trostwort, das uns lehrt, über die Leiden hinweg zu Gott em­porzuschauen, Gottes Vorsehung, die göttliche Leitung der Welt, zu heiligen und um unsere Kräftigung in dieser Gotteserkenntnis, die dem Menschen in den Prüfungstagen so wohl tut, zu beten, oder dogmatischer, wie dieses die zweite Formel will, dass wir im Glauben an eine Auferstehung und Welterneuerung, wo wir die Unsrigen wieder erhalten, den Schmerz geduldig ertragen und um die baldige Ankunft dieser Zeit beten. Die Grundidee bei­der Formeln dieses Gebetes ist die Lehre: »Betrachte diese Welt für einen Vorhof zur anderen Welt; bereite dich in demselben vor, damit du in den Pa­last einziehst.« Die Förderung des See­lenheils der Verstorbenen durch die Verrichtung dieses Kaddischgebetes in seinem wahren Sinne, als ein Bekennt­nis des Gottesglaubens und eine heili­gende Anerkennung des Gottesreiches, der göttlichen Weltregierung, ist, auch abgesehen von der mystischen Vorstel­lung dieser Wirkung, nach der Idee der talmudischen Lehre: »Wer gottesgläu­bige Kinder hinterlässt, ist nicht gestor­ben, denn so seine Kinder leben, lebt auch er!., klar und verständlich. Die Aussprüche des talmudischen und nachtalmudischen Schrifttums über die Wichtigkeit und die Einführung dieses Gebetes bitten wir in dem dritten Teil dieses Artikels nachzulesen.

II. Formel, Text, Teile, Zusammen­setzung, Vortragsweise und Gesetze. Das Kaddischgebet ist, wie es uns heute vorliegt, in überwiegend aramäischer Sprache abgefasst; sie war die Volks­sprache der Juden Palästinas während und nach dem zweiten jüdischen Staatsleben. Nur einzelne hebräische Sätze kommen darin vor, als z. B. der Anfang des zweiten Teiles (siehe wei­ter) und der Schlussvers, abgesehen von den in demselben als Responsorien für das Volk eingestreuten hebräischen Bibelversen. Rechnen wir hierzu noch die im talmudischen Schrifttum vor­kommenden hebräischen Zitate aus diesem Gebete, als z. B. die von: יהי שמו גדול מבורך statt des aramäischen: יהא שמה רבא מברך »Es werde sein Name gepriesen«, so scheint es nicht unwahrscheinlich, dass dasselbe ur­sprünglich eine hebräische Formel hatte. Ausdrücklich bemerken daher die Tossafisten, dass das Kaddisch in aramäischer Sprache eine Konzession an das Volk war, das des Hebräischen unkundig gewesen. Der Text dieser Ge­betesformel hat sich in vier verschiede­nen, voneinander stark abweichenden Rezensionen erhalten: 1. die unseres Gebetbuches, welche die Einfachste und Reinste, frei von jeder späteren Einschiebung zu sein scheint; 2. die in der Gebetordnung des Maimonides, welche die Kaddischformel unseres Ge­betbuches, aber mit mehreren Einschie­bungen von der Erlösung, dem Messias und der Befreiung Israels ist; 3. die un­seres Gebetbuches, die bei Beerdigun­gen üblich ist, mit mehreren Einschie­bungen über die zukünftige Welt, die Totenauferstehung, das ewige Leben u. a. m.; 4. die des Gebetbuches der Se­phardim, mit dem Einschieben des Ge­betes für das Seelenheil der Verstorbe­nen, welche in neuester Zeit auch in die Gebetbücher vieler deutschen Sy­nagogen zur Seelengedächtnisfeier auf­genommen wurde; 5. die nach Beendi­gung eines Lehrvortrages oder des Talmudstudiums mit der Einschiebung des Gebetes für das Leben und das Wohlergehen Israels und der Gelehrten in seiner Mitte. Am reinsten und ein­fachsten, frei von jeder Einschiebung, ist, wie schon bemerkt, das Kaddisch unseres Gebetbuches für den Morgen-, Vesper- und Abendgottesdienst. Wir bringen den Text desselben in deut­scher Übersetzung und machen an den betreffenden Stellen auf die Einschie­bungen aufmerksam, die bezüglich des Gebrauchs dieses Gebetes bei verschie­denen anderen Gelegenheiten abgefasst und eingeschoben wurden. Derselbe lautet: 1. יתגדל Es werde verherrlicht und geheiligt sein großer Name in der Welt, die er nach seinem Willen er­schaffen; er wolle sein Reich herbei­führen (hier hat der Kaddisch bei Mai­monides die Einschiebung: »dass seine Erlösung wachse, er seinen Gesalbten [Messias] bringe und sein Volk erlöse in euren Lebenstagen und in denen des ganzen Hauses Israels, bald und in na­her Zeit. Darauf sprechet: Amen! Es sei sein großer Name gepriesen ewig und immerdar! 2. יתברך, gepriesen, gelobt, verherrlicht, erhoben, erhöhet — sei sein heiliger Name, gebenedeit bleibe er! Erhaben über jede Benedei­ung, jedes Lied und jedes Lob und je­den Trost, die in der Welt gesprochen werden. Darauf sprechet: »Amen!« 3. תתקבל, vernimm die Gebete und die Wünsche des ganzen Hauses Israels vor ihrem himmlischen Vater! Darauf sprechet: »Amen!« (Bei Maimonides: »Vernimm ihre Gebete; es mögen die Wünsche, die Gebete und das Verlan­gen des ganzen Hauses Israels erfüllt werden!« Auch der Zusatz: »Darauf sprechen wir: Amen! « fehlt, siehe wei­ter.) 4. יהא שלמא רבא , Großer Friede und gutes Leben werde uns und ganz Israel. Darauf sprechet: »Amen!« (Bei Maimonides heißt es hier: »Es sei ein großer Friede, Hilfe und Erlösung vom Himmel euch, uns und allen Gemein­den Israels. Darauf sprechet: Amen!.) 5. עישח שלום. Der in den Höhen Frieden macht, er (bei Maimonides: »er in seiner Barmherzigkeit«) gewähre uns und ganz Israel Frieden. Darauf sprechet: »Amen!« Von diesem Texte wird bei dem Waisenkaddisch das mit 3 bezeichnete Stück weggelassen. Ebenso hat das halbe Kaddisch nicht die Sätze von 3, 4 und 5. Dagegen ha­ben das Kaddisch der Gelehrten und das bei Begräbnissen längere Zusätze. Von diesen lautet der Zusatz des erste­ren nach dem Gebetstück z: »Über Is­rael und die Gelehrten, über deren Jün­ger und ihre Schüler, über alle, die sich mit der Thora (Lehre) beschäftigen, hier und an allen Orten walte großer Friede, Gnade, Huld und Barmherzig­keit. Gewähre ihnen Gnade, Huld, Barmherzigkeit, langes Leben, ausrei­chende Nahrung und Erlösung, Vater des Himmels und der Erde! Darauf sprechet: »Amen!« Der Zusatz des Kaddisch bei Begräbnissen ist eine grö­ßere Einschiebung in das Gebetstück 1. nach den Worten: »in der Welt«; es lautet: »die er erneuern wird, um die Toten zu beleben, sie zum ewigen Le­ben zu bringen, Jerusalem zu erbauen, den Tempel darin zu vollenden; den fremden (heidnischen) Dienst aus dem Lande (Palästina) zu schaffen und an dessen Stelle den Dienst des Himmels (Gottes) herzustellen«, woran sich die Worte des obigen Kaddischtextes: »in euren Lebenstagen« bis zu Ende sich anschließen. Nennenswert ist noch der Zusatz zu N. 2 aus dem Gebetbuch der Sephardim, der wegen seiner Einfach­heit auch in unseren Gebetbüchern zur Seelenfeier angetroffen wird. Derselbe lautet: »Für Israel, für die Gerechten, so wie für jeden, der aus dieser Welt nach göttlichem Willen geschieden ist, beten wir, dass sie reichlichen Frieden und einen Seelenanteil in der künftigen Welt haben; Gnade und Barmherzig­keit vom Herrn des Himmels und der Erde erlangen. Darauf sprechet: »Amen! « Das Kaddisch schließt darauf mit den Sätzen 4 und 5 des obigen Tex­tes. Lesen wir nochmals aufmerksam dieses Kaddischgebet in seinen fünf Absätzen durch und vergleichen wir den ersten Absatz mit den zwei Versen des Borchugebetes (s. Morgengebet), so scheint es, dass der erste Absatz des Kaddisch demselben nachgebildet sei. Das Gebet: »Borchu«, »Benedeiet!« als eine Aufforderung zur Lobpreisung Gottes, entspricht dem Rufe des Kad­dischanfanges:יתגדל »Es werde ver­herrlicht und geheiligt der große Name!. und der darauf folgenďe Vers als Responsorium für die Gemeinde: ברוך »Gepriesen sei der Ewige, ewig und immerdar hochgepriesen! « klingt ganz ähnlich dem Responsorium im Kaddisch:

»Es sei der große Name ge­priesen ewig und immerdar! « Bestärkt werde ich in meiner Vermutung, da der Absatz 3 des Kaddisch: »Es werde gepriesen« auch als stilles Gebet für die Gemeinde beim Borchugebet vor­kommt. Beide Gebete haben den Aus­spruch in 5. M. 32. 3. »So ich den Na­men des Ewigen anrufe, gebet (erkennet) die Größe unserem Gotte« zu ihrer Unterlage. Auch der Zusatz für das Kaddisch der Gelehrten ist sei­nem Hauptinhalte nach dem älteren Gebete: »Jekum Purkan« (siehe: »Mus­safgebet«) ähnlich, das dem Verfasser des Kaddisch sicherlich vorgelegen. Nach mehreren Angaben fand bei die­sem Kaddisch in Absatz i nach בחיכון noch der Zusatz der Nennung der Ge­lehrten, die an der Spitze des Volkes als Vertreter desselben standen, als z. B. des Exilarchen in Babylonien; später des Maimonides u. a. m.

III. Vortragsweise und Gesetze. Das Kaddischgebet soll gleich den andren Gebeten: dem Borchu u. a. m. nur in einer vollzähligen Gemeinde von zehn erwachsenen männlichen Personen verrichtet werden. Unsre Vortrags­weise, wo im ersten Absatz von der Gemeinde der ganze Vers: »Es werde der große Name usw.« als Respons ge­sprochen wird, weicht von der Vor­tragsweise in der talmudischen Zeit ab, wo nur bei dem Schluss desselben: »ewig und immerdar!« das Volk mit einfällt. Mit Nachdruck wird gemahnt, den Vers nicht vor dem Worte: מבורך »gepriesen« zu zerreißen. Dem Kad­dischgebet gehen zwei Bibelverse, 4. M. 14. 17: »So lasse groß sein deine Kraft, o Herr, wie du verheißen hast«; und Ps. 25. 6: »Gedenke, o Ewiger, dei­ner Barmherzigkeit und deiner Huld, wie von ewig her« voraus, die das Ge­bet einleiten. In Bezug auf das Kad­disch bei Begräbnissen, קדיש דאתחדא, bemerken wir, dass dasselbe auch in den sieben Trauertagen am Schlusse des Gottesdienstes, morgens und abends, sowie am neunten Ab, am Trauertage um die Zerstörung Jerusa­lems vorgetragen wurde; an letzterem Tage nach ובא לציון beim Abend- und Morgengottesdienste. Was das Wai­senkaddisch betrifft, so war es Brauch, dasselbe von den Waisen das Trauer­jahr, nach späterer Anordnung nur elf Monate, beim Morgen- und Abendgot­tesdienste vorzutragen. Gelobt wird die Institution, dass in den größeren Ge­meinden sämtliche Waisen des Ortes das Kaddisch zusammen leise dem Vor­beter, der es laut vorträgt, nachbeten. Der Pflicht des Kaddisch-Vortrages für die Waisen liegt die Lehre zu Grunde: »Man müsse auch beim Eintreffen des Unglücks gleich wie für die Gaben des Glückes Gott preisen«.

IV. Geschichte. Über die Zeit der Abfassung des Kaddischgebetes in sei­nen verschiedenen Formen sind wir völlig im Ungewissen. Von den Lehrern des zweiten, dritten und vierten Jahr­hunderts, R. Jose, R. Jochanan, R. Jo­sua ben Levi, Raba u. a. m., wird das Responsorium des ersten Absatzes des­selben zitiert: »Es werde sein großer Name gepriesen, ewig und immer­dar! «, sie haben also schon das Kad­disch gekannt. Ob wir demselben ein höheres Alter zuzuschreiben haben? Die alten Quellen schweigen darüber. Nur die Sage führt dasselbe schon auf die Lehrer des ersten Jahrh. n., auf R. Jochanan ben Sakai und R. Akiba, hin­auf. Dagegen kennen die kleinen Mi­draschim, die ältere Bestandteile ent­halten, wenn auch deren Abfassung in das siebente, achte und neunte Jahrh. fällt, das Kaddischgebet, auch in obi­gen Formeln, wo von denselben ganze Zitate gebracht werden. So bringen das Buch Tana debe Elia und der Traktat Kalla die Sage von R. Akiba, dass er in einer nächtlichen Erscheinung den Auf­trag erhielt, einen Waisen das Kad­dischgebet zu lehren, damit dessen ver­storbener Vater zur Seligkeit gelange. Das Buch Othioth des R. Akiba bringt das Kaddisch nach Beendigung des Lehrvortrages, welches die Sünder zur Seligkeit verhilft. Ebenso bringt der Traktat Sopherim Abschnitt 19 das Kaddisch bei Begräbnissen, ganz in un­serer Form. Nicht uninteressant sind die Zitate über die Wichtigkeit dieses Gebets, die man demselben schon in früherer Zeit beilegte. R. Jose (im zwei­ten Jahrh.) erzählt, dass ihm das Kad­dischresponsorium: »Es werde der große Name hochgepriesen ewig und immerdar! « aus einer Ruine Jerusalems als Trostesruf entgegentönte. R. Jocha­nan (ebenfalls im zweiten Jahrh. n.) lehrt, wer diesen Vers in seiner vollen Wahrheit ausspricht, dem werden so­gar die Sünden des Götzendienstes ver­geben. R. Josua ben Levi glaubt, dass ihm auch die bösen Verhängnisse ver­nichtet werden. Nach der Meinung Rabas ist diese Gottes-Lobpreisung der Grund des Bestandes der Welt. Ein Fünfter endlich sagt: »Wer das Respon­sorium: >Es werde der große Name (Gott) gepriesen!< im Traume hört, ist ein Sohn des Jenseits, d. h. er hat die jenseitige Seligkeit zu erwarten.«