Abbethdin, ‏אב בית דין

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Gerichtspräsident, Stellvertreter des Nassi, des Vorsitzenden im Synedrion, der zur Rechten desselben saß und nach diesem das hervorragendste Mitglied im Synedrion, ‏מופלא בםנהדרין‎ war. Mit dem Chacham, Weisen, der den dritten Rang in dieser Staatsinstitution einnahm, hießen alle drei: »die Alten«, זקנים auch: »die Richter«, ‏דיינים‎ Seine Funktion war, wie schon angedeutet, bei Abwesenheit des Nassi das Präsidium im Synedrion zu führen. In dieser Stellung konnte er Gesetze berathen, neue Anordnungen treffen und schaltete in der ganzen Macht eines Synedrialpräsidenten. Bei Anwesenheit des Nassi hatte er die Anträge desselben zu prüfen und sie den andern Gliedern des Synedrions zur Diskussion und Beschlußfassung vorzulegen. Über den Anfang dieser Abbethdin-Würde kann nicht mehr Bestimmtes angegeben werden. Nur wenn wir den »Abbethdin« als den Gesetzeskundigen fassen, scheint es uns nicht unwahrscheinlich, daß dieselbe schon mit der Constituirung des ersten Synedrions unter der Syrerherrschaft, wo der Hohepriester an der Spitze desselben stand, mitbegriffen war. Die Geschichte zählt unter dem Namen »Paare« , ‏,זוגות ‎ ,duumviri, eine Reihe Von Männern auf, die immer je zwei an der Spitze des Synedrions standen, der Eine als Nassi, Vorsitzender, der Andere als dessen Stellvertreter, Abbethdin, Gesetzeskundiger, deren Anfang bis in die vormaccabäische Zeit hinaufreicht. Die Abbethdinwürde konnte daher nicht erst nach der Rekonstituirung des Synedrions unter den Maccabäern begonnen haben. Diese »Paare« waren: Jose ben Joesar und Jose b. Jochanan (gegen 170 - 162); Josua b. Pe- rachja und Nitai Arbeli (130 v.); Juda b Tabai und Simon b. Schetach (80 v.); Schemaja und Abtalion (60 - 35 v. ); Hillel und Samai (35 - 5); R. Gamliel l. und R. Zadoq (5 - 40 ‏n.);‎ R. Simon b. Gamliel und R. Zadoq oder wahrscheinlich R. Jochanan b. Sakai, der nach der Zerstörung Jerusalems und nach dem Tode des Nassi R. Simon b. Gamliel das Präsidium des Synedrions in Abwesenheit eines neuen Nassi bis auf R. Gamliel II beibehielt (40 - 80 n.) Nach R. Jochanan b. Sakai stehen abwechselnd drei Männer an der Spitze. So R. Gamliel II. als Nassi, R. Jo- sua als Abbethdin und R. Eliesar b. Asaria, der in Folge eines Zerwürfnisses R. Gamliels mit R. Josua an der Stelle des Ersteren gewählt wurde und so nach dem Wiedereintritt desselben neben ihm seine Stellung behielt. (80 - 136.) Darauf: R. Simon b. Gamliel II, R. Nathan und R. Mair, Erster als Nassi, Zweiter der Abbethdin und Dritter der Chacham (138 - 164); R. Juda I. R. Jsmael b. Jose, wohl auch R. Chia (164 - 219); Gamliel III. der Nassi, Simon, dessen Bruder, Chacham und Chanina b. Chama Abbethdin (219 - ). In Bezug auf die Würde des Abbethdin brachte der Nassi R. Simon b. Gamliel das Gesetz ein: »Beim Eintritt des Nassi stehen Alle auf, bis derselbe ans seinen Sitz gelangt; bei dem des Abbethdin stellen sich die Anwesenden in zwei Reihen auf, durch die er zieht; bei dem des Chacham steht der Eine auf und der Andere setzt sich, bis er seinen Platz erreicht.« Ein anderes Gesetz regelte die Trauer auf den Tod einer dieser Würdenträger. Bei dem Tode des Nassi werden die Vorträge in allen Lehrhäusern des Landes eingestellt, bei dem des Abbethdin die der Lehrhäuser seines Ortes und bei dem des Chacham nur die seines Lehrhauses. Nur dem Abbethdin wurden die Mysterien der Thora über liefert, andererseits war das Synedrion wegen seiner Beschlüsse nur verantwortlich, wenn der Abbethdin dessen Sitzungen beigewohnt hat. Mehreres siehe: Synedrion, Chacham