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Besserung | Talmud

Besserung

Posted 4 mos ago

Besserung. Die Besserung als End­ziel der Buße, wie dieselbe in guten Werken ihren Ausdruck findet, wird in Bibel und Talmud auch von Seiten ih­rer praktischen Folgen, was der Mensch durch sie erhält, empfohlen. Der Be­kehrte oder der religiös sittlich Gebes­serte, findet die Welt um sich umge­wandelt. Die Versöhnung mit Gott, die Wiedererlangung seiner Gnade, wie er dem Menschen wieder Erlösung und Aufrichtung sendet, die Sünden vergibt u. s. w., sind nun seine Güter wieder. Im Talmud ist die Erlösung von deren Sünde die wichtigste Frucht der Besse­rung. »Keine Sünde widersteht der Buße, es gibt keinen Gegenstand, der ihr nicht weiche.« »Groß ist die Buße, sie heilt die Sünden und nähert die Ent­fernten.« In Bezug auf Ezechiel 33, heißt es: »Wer sein ganzes Leben voll von Sünden war, aber zuletzt dieselben bereut und sich bessert, dessen Sünden werden nicht mehr gedacht und er ist ein Gerechter«; »Übertritt einer ein Gesetz und tut Buße, ihm wird sofort verziehen.« Das Zweite ist die Verjün­gung unserer geistigen Kräfte und mit ihnen die wieder gewonnenen besseren Erkenntnisse und Anschauungen. »Ein Volk, das neu erschaffen wird, lobt Gott«, hier ist die Lehre, dass Gott die in Buße zu ihm Zurückkehrenden zu neuen Geschöpfen umbildet. »Wer un­ter Gott Schutz sucht, den schafft er zu einem neuen Geschöpf um«; »Ich gebe euch ein neues Herz«, d. h. Israel be­reut seine Sünden, tut Buße und es steht neu geschaffen da; »Die Buße ist da, damit wir den bösen Trieb besiegen und uns im Studium der Gotteslehre, Thora, stärken.« Das Dritte ist die Wiedervereinigung mit Gott. »Eine herrliche Gabe ist die Buße, wir erlan­gen durch sie die Barmherzigkeit Got­tes wieder.« Als Viertes wird die Umge­staltung der Geschichte in unserer Beziehung zur Außenwelt genannt. Die Lehren darüber sind: »Vier vernichten das böse Verhängnis: Wohltätigkeit, Gebet, Änderung des Namens und der Werke«; »Die Buße hält die Strafe zu­rück, auch wenn sie schon verhängt ist«; »Sündigt der Mensch, so wird über ihn der Tod verhängt, aber Buße vernichtet das böse Verhängnis «; » Zer­reißt euer Herz und nicht eure Kleider«, d. h. wenn ihr in Buße euer Herz zerrei­ßet, werdet ihr eure Kleider wegen der Todesfälle der eurigen nicht zerreißen. Diese Lehren werden noch durch An­führung von Bibelsprüchen und Nen­nung biblischer Personen als Beweise und Beispiele bekräftigt. Wiederholt suchen sie uns dies in der allegorischen Erklärung einer Stelle in Koheleth klar zu machen. »Es gab eine kleine Stadt mit wenigen Männern, aber sie wurde von einem Könige überfallen, der sie belagerte und um sie große Wälle auf­warf. In ihr war ein Mann, dürftig und weise, und dieser rettete die ganze Stadt durch seine Weisheit.« Eine kleine Stadt, das ist der menschliche Organis­mus: der große König, der sie belagert, ist der böse Trieb; er wirft große Wälle auf, das zielt auf die Sünden; der weise Mann, der sie durch seine Weisheit ret­tet, das ist der gute Trieb im Menschen, der ihn zu Werken der Buße mahnt und ihn vom Untergange rette. In den Lei­denstagen Israels war diese Lehre der einzige Trost für es. Wir bringen hier eine solche Trostmahnung: »Denn also spricht der Ewige zu dem Haufe Isra­els: Suchet mich und lebet.« »Gibt es etwas Größeres als der Ruf: So wahr ich lebe, spricht Gott, ob ich den Tod des Sünders will? « Gibt es etwas Vor­züglicheres als die Worte: »So der Frev­ler ablässt von seinem Frevel, Recht und Gerechtigkeit übt, er wird leben? « Etwas Trostloseres als die Mahnung: »Denn ich will nicht den Tod des Sterb­lichen, kehret um und lebet?« Nicht unerwähnt lassen wir ihre geschickte Gegenüberstellung von Bibelsprü­chen, welche die Wirkungen der Buße veranschaulichen. Dieselbe lautet: »Der Mund, welcher sprach: „Wehe, das sündige Volk!“ rief wieder „Öffnet die Tore, dass einziehe das gerechte Volk“; der da klagte: „Ein Volk, schwer von Sünden“, sprach auch „Dein Volk, alle sind gerecht“; welcher Israel nannte „Söhne des Verderbens“, pries es: „Deine Söhne sind bekehrt vom Ewigen“, der da rief „Auch wenn ihr häufet euer Gebet, ich höre es nicht“, dessen Verheißung war auch: „Noch ehe sie rufen, werde ich antworten“; der da erinnerte: „Eure Neumonde und Festtage hasset meine Seele“, sagte tröstend: „Von Monat zu Monat, von Shabbath zu Shabbath, kommt alles Fleisch sich zu verbeugen vor mir, spricht der Herr.«