Elasar Sohn R. Jose’s, des Galiläers, ר’ אלעזר בנו של ר יוסי הגלילי

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Elasar Sohn R. Jose’s, des Galiläers, ר’ אלעזר בנו של ר יוסי הגלילי. Gesetzeslehrer, Tana (im 2. Jahrh. n.), der sich mit dem Reste seiner Collegen, der letzten Schüler R. Akibas, nach Aufhebung der hadrianischen Verfolgungsedikte in Uscha (s. d. A.) zu einem Synhedrion constituirte. In seiner Lehrthätigkeit wird er besonders als Agadist (s. Agada) gefeiert. Von ihm hieß es: »Ueberall, wo du den Worten der Agada des R. Elasar, ben R. Jose haglili begegnest, halte dein Ohr, einem Trichter gleich, hin.« Doch hat auch die Halacha mehrere Bestimmungen von ihm. Wir nennen von Denselben, daß ein Gericht immer aus Richtern einer ungraden Zahl 3, 5 u. s. w. bestehen soll, damit bei der Abstimmung sich eine Majorität ergebe; ferner daß die Richter nicht mit dem Vergleichsantrag beginnen sollen u. a. m.‎ ‎Von seinen agadischen Lehren bringen wir den Ausspruch: »Wer Die Vollziehung eines Gebotes beginnt, aber sie nicht zu Ende bringt, indessen ein Anderer sie vollendet, der verliert seinen Antheil dabei; die That wird nur nach dem Namen dessen genannt, der sie vollbringt.« Aus einer andern Stelle betont er die Unvernichtbarkeit des jüdischen Volkes, das in sich die Idee der Unsterblichkeit darstellt. »Die Thora, die Gotteslehre, befreit den Jsraeliten von Tod und Vernichtung. Wenn, setzt er hinzu, der Todesengel eines Tages vor Gott klagen sollte: Herr! umsonst hast du mich geschaffen; würde ihm Gott antworten: über alle Völker setzte ich dich ja zum Herrscher ein, nur nicht über dieses Volk, ich habe es von dir befreit.«‎ Wie er hier über die Unvernichtbarkeit Jsraels spricht, so predigt er anderwärts von den Messiaserwartungen. »Die Stimme meines Lieben, sie kommt,« das ist der König, der Messias.« Es gehörte dazu kein geringer Muth nach solchen Todeszuckungen des jüdischen Volkes, wie es in denselben nach dem verunglückten barkochbaischen Aufstande da lag, wieder die Messiaserwartungen anzuregen. Doch das Volk sollte sich allmählich wieder geistig aufrichten, dazu bedurfte es vielerlei Trostes. Ein tiefer Schmerz spricht sich in der Lehre aus, die zum Gesetzesstudium wieder anfeuert, aber nicht mehr mit der Aussicht auf das weite Gebiet der religiösen Praxis, die jetzt nach der barkochbaischen Erhebung am Umfange viel verloren zu haben schien, sondern auf den Lohn im Jenseits. »Mache draußen dein Werk zurecht« d. i. das Studium der Bibel, der Mischna und der Gemara »und bereite auf dem Felde vor« das sind die guten Werke, »erbaue alsdann dein Haus« d. h. forsche und empfange Lohn.« In seiner Dankrede beim Schlusse der Synode zu Uscha wählte er 2 S. 7. »den Segen des Obed Edom wegen der Aufnahme der Bundeslade in sein Haus« zu seinem Thema und schloß: »Wenn nun dieser, der doch nicht für den Unterhalt der Bundeslade zu sorgen hatte, so gesegnet wurde, die Bewohner Uschas, die unsere Bewirthung übernahmen, doch sicherlich!« Außer diesen Agadoth wird ihm die Abfassung von 32 Regeln der agadischen Exegese zugeschrieben, über die wir auf den Artikel: »Schrifterklärung« verweisen.